Eltern-Frage
WIE GELINGT DIE EINGEWÖHNUNG IN DIE KRIPPE?

Der Kita-Start ist für Familien aufregend und herausfordernd zugleich. Unsere Krippen-Expertin Petra Hendricks aus der Beratungsabteilung der Elbkinder macht Mut. Im Interview erklärt sie, was für einen Krippen-Start während der Elternzeit spricht und was alle dafür tun können, damit die Eingewöhnung gut abläuft.
Wie finde ich die passende Kita? Wie läuft die Aufnahme?
Einander kennenzulernen und Vertrauen aufzubauen – das ist anfangs enorm wichtig. Nehmen Sie sich dafür ausreichend Zeit. Im ersten Gespräch schafft das Kita-Team einen angenehmen Rahmen, um Ihr Kind und Sie als Familie kennenzulernen – und Sie natürlich die Kita und das Team. Ideal ist es, offen über die ersten Lebensmonate, die Entwicklung und die Gesundheit Ihres Kindes sowie die Familiensituation zu sprechen. Das hilft dabei, für Ihr Kind eine passende pädagogische Bezugsperson im Team und eine geeignete Gruppe auszuwählen. Die Kita-Leitungen kennen ihre Teams und wissen meist, in welcher Krippen-Gruppe das Kind gut aufgehoben ist und wo sich eine Eingewöhnung gut starten lässt.
Welches Alter ist gut für den Krippen-Start?
Ihr Gefühl und die Entwicklung Ihres Kindes sind natürlich entscheidend. Der Start ab etwa 1 Jahr ist günstig, um 2 Jahre Kontinuität in der Krippengruppe zu haben, bevor um den 3. Geburtstag herum der Wechsel in den Elementarbereich ansteht. Außerdem haben Sie während der Elternzeit oft mehr Ruhe und die Flexibilität, sich auf die Veränderung einzustellen als beim nahenden beruflichen Wiedereinstieg.
Sind die Kinder in einem kleinen, familiären Umfeld aufgewachsen oder bisher wenig mit anderen Kindern zusammen, kann das Loslösen schwerer fallen – auf beiden Seiten.
Für einen den frühen Krippen-Start kann es viele familiäre oder berufliche Gründe geben. Bei Bedarf und nach Möglichkeit im Team nehmen wir Babys ab 8 Wochen in die Krippe auf – die pädagogischen Fachkräfte stellen sich darauf ein. Wird noch gestillt, schaffen wir Raum zum Stillen für die Mutter oder füttern entsprechend zu.
Können wir als Familie die Kita-Eingewöhnung vorbereiten?
Richtig viel passiert schon vor der „echten“ Eingewöhnung. Vorbereitung ist alles. Es lohnt sich, die Zeit zu nutzen, um Fragen in der Familie zu klären: Wie viel Kontakt hat Ihr Kind bereits zu anderen Kindern? Gibt es Geschwister, die die Kita schon besuchen oder kennen? Welches Elternteil traut sich zu, diesen ersten wichtigen Schritt in Richtung Autonomie zu begleiten?
Viele Familien mit Babys leben in ihrem eigenen kleinen Kosmos. Gut ist es also, wenn Sie sich gemeinsam auf den Tagesrhythmus in der Kita vorbereiten – von Bring- und Abhol-Zeiten über Morgenkreis bis zum Mittagschlaf – und auf etwas mehr Selbstständigkeit Ihres Kindes hinwirken. Hilfreich ist es zum Beispiel, wenn Ihr Kind Löffel, Flasche oder Tassen kennt oder schon weiß, wie man sie benutzt.
Wie läuft die Eingewöhnung ab?
Der erste Kita-Tag ist ein Meilenstein in der Entwicklung von Sprache, Bildung und Sozialkompetenz eines Kindes. Er ist auch ein freudiger Tag für die Pädagoginnen und Pädagogen, die ein neues Kind in die Gruppe aufnehmen. Unsere Kita-Teams empfehlen, dass Ihr Kind in den ersten Tagen etwas Vertrautes wie ein Kuscheltier oder ein Kleidungsstück aus der Familie mitbringt. Gehen Sie Hand in Hand mit Ihrem Kind in die Kita, statt es auf dem Arm hineinzutragen. So gelingt das physische und psychische Loslassen für alle gleich einfacher. Wenn Ihr Arbeitsstart noch nicht feststeht, nimmt das den zeitlichen Druck heraus. Die Eingewöhnung kann in 14 Tagen gelingen, aber auch 6 Wochen dauern. Das ist ganz individuell.
Folgt die Eingewöhnung bei den Elbkindern nach einem bestimmten Modell?
Bei den Elbkindern praktizieren wir die mentalisierungsbasierte Eingewöhnung, die sich in 2 Phasen gliedert: In der ersten Phase baut eine feste Bezugsperson aus dem pädagogischen Team eine vertrauensvolle Beziehung zum Kind auf. Dabei stehen die Gefühle und Bedürfnisse des Kindes im Mittelpunkt. In der zweiten Phase, der Stabilisierungsphase, gewöhnt sich das Kind mithilfe von Ritualen zunehmend an den Alltag in der Krippe. Die pädagogischen Fachkräfte begleiten diesen Prozess mentalisierend und unterstützen gezielt die Entwicklung des Kindes.
Mentalisieren bedeutet, dass sich Bezugspersonen in die Gefühle, Bedürfnisse und das innere Erleben des Kindes einfühlen, diese wahrnehmen – und dem Kind durch Mimik oder Worte zeigen, dass sie verstehen, wie es sich fühlt. So erfährt das Kind: Meine Gefühle sind in Ordnung – und lernt Schritt für Schritt, mit seinen Emotionen umzugehen.
Wie lange sollte man das Kind betreuen lassen?
Oft sind 6 Stunden Betreuung sinnvoller als 5 Stunden: Das passt meist besser zum Tagesablauf in der Kita – und schafft einen Zeitpuffer für Sie beim Abholen oder für einen längeren Mittagschlaf des Kindes. Aber auch da gibt es keinen allgemeinen Richtwert: Es muss zu Ihrer individuellen Lebenssituation passen. Darauf stellen wir uns bei den Elbkindern ein.
Mehr erfahren: Die ersten Wochen in der Kita Eingewöhnung für Kinder und Eltern