Ein Film-Projekt verbindet Generationen und stärkt Medienkompetenz
Wenn Kinder und Senioren gemeinsam singen – und die Kamera läuft

Im Nachbarschaftstreff Langenfelde wird gemeinsam gesungen und gelacht – und plötzlich heißt es: Kamera läuft. Einmal im Monat treffen sich dort die Kinder der Kita Försterweg 51 mit dem Singkreis und der Chorleiterin Katja Protzen. „Diese schönen Begegnungen haben uns auf eine Idee gebracht, diesen kurzen Dokumentarfilm gemeinsam mit der Elbkinder-Kita zu drehen“, erklären Arne Bunk und Tanja Bächlein vom Verein Bild + Begegnung. So entstanden das Filmprojekt „Jung und Alt“ und der Film „Die Graumeisen“. Initiiert und gefördert wurde das Projekt von der Stiftung Hamburger Wohnen.
Kinder gestalten den Film „Die Graumeisen“ aktiv mit
Neben dem Miteinander der Generationen stand die frühe Medienbildung im Mittelpunkt. Im Projekt nahmen die Kinder neue Rollen ein: Sie wurden zu Beobachterinnen, Interviewern und Filmemacherinnen. Über zwei Monate dokumentierten die Vorschul-Kinder die Treffen mit Kameras und Mikrofonen. Dabei lernten sie Schritt für Schritt, wie ein Film entsteht – und gestalteten ihn aktiv mit. Die Kinder entwickelten die Stop‑Motion‑Sequenz für den Filmtitel und fotografierten ihren Stadtteil. So zeigen sie ihre Sicht auf Langenfelde – zwischen Hochhäusern, Löwenzahn und ihrem Kita-Alltag. Das Projekt knüpft an frühere Filmprojekte an. Auch am Kurzfilm „Aussicht auf Natur" war die Kita beteiligt.
Digitale Medienbildung in der Kita – reflektiert und kreativ
„Digitale Medien gehören selbstverständlich bereits zur Lebenswelt vieler Kinder“, sagt Erzieherin Franziska Volland, die das Projekt mit Kollegin Luna Cruz-Gaul begleitete. „Umso wichtiger ist es, Kinder früh an einen kreativen und bewussten Umgang mit Medien heranzuführen.“ Die pädagogische Reflexion im Team zeigt: Vertraute Räume geben den Kindern Sicherheit – gerade bei neuen Themen wie Film und Technik. Gleichzeitig braucht es klare Absprachen und gute Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder, Eltern und Fachkräfte. Für zukünftige Medienprojekte entstanden wichtige Fragen: Wie können Kinder ihre Ideen einbringen? Wie werden Eltern frühzeitig beteiligt? Und welchen Platz haben digitale Medien künftig in der pädagogischen Arbeit?
Filmpremiere mit Applaus
Für die Premiere gestalteten die Kinder Plakate und Einladungskarten selbst und luden Eltern, Verwandte und Gäste ein. Stolz präsentierten sie ihr Werk. Kita-Leitung Janina Britsch bedankt sich für das Engagement aller Beteiligten: „Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie kreative Medienarbeit Kinder stärken kann: Sie erleben sich als aktiv Gestaltende, entdecken neue Ausdrucksmöglichkeiten und erfahren zugleich, wie bereichernd Begegnungen zwischen Jung und Alt sein können.“