Elbkinder haben Qualifizierung im Kinderperspektiven-Ansatz an 6 Schulen durchgeführt
Mit Kindern die Qualität weiterentwickeln: Kinderperspektiven im Schulischen Ganztag

Wie erleben Kinder ihren Alltag im Schulischen Ganztag? Was wünschen sie sich und welche Ideen haben sie für ihre Lern- und Lebensräume? – Mit diesen Fragen beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe im Schulischen Ganztag der Elbkinder seit Dezember 2025. Ziel ist es, die Perspektiven der Kinder systematisch in die pädagogische Arbeit und deren Weiterentwicklung einzubeziehen. Grundlage sind die Kinderrechte laut UN-Kinderrechtskonvention und der Anspruch, Kinder als aktive Mitgestalterinnen und Mitgestalter ihres Alltags ernst zu nehmen.
Kinderperspektiven-Ansatz in die Praxis bringen
Sandra Bockrath aus der pädagogischen Fachberatung Schulischer Ganztag ist eine der 6 Multiplikatorinnen für den Kinderperspektiven-Ansatz nach Nentwig-Gesemann bei den Elbkindern. Ihre Aufgabe ist es, das Konzept in die Praxis zu bringen und Fachkräfte zu qualifizieren. An 6 Schulen haben die pädagogischen Fachkräfte die Workshops bereits durchlaufen und setzen die Inhalte nach und nach im Schulischen Ganztag um. Die nächsten 5 Standorte stehen schon in den Startlöchern, um sich ab Dezember ebenfalls im Tandem zu qualifizieren.
Kinderperspektiven systematisch einbeziehen
Im mehrmonatigen Qualifizierungsprozess beschäftigen sich Leitungskräfte und pädagogische Fachkräfte gemeinsam mit Themen wie Ethik, Kinderrechten, Gesprächsführung mit Kindern und Qualitätsentwicklung. Sie lernen verschiedene Methoden kennen, um Kinderperspektiven zu erheben, auszuwerten und sie in die Weiterentwicklung ihrer Arbeit zu einzubeziehen. Die Kinderperspektiven werden im Alltag eingesetzt, um ihre Erfahrungen, Bedürfnissen und Ideen zu erfahren. Anhand der dokumentarischen Methode werten die Teilnehmenden die Erhebungen aus, um die Handlungs- und Denkmuster der Kinder zu erfahren und den Schulischen Ganztag gemeinsam weiterzuentwickeln. Dabei geht es unter anderem um positive Beziehungen, das Miteinander unter Kindern (Peerkultur), die Bearbeitung kindlicher Themen sowie die Nutzung von Natur- und Außenräumen als Bildungsorte. Damit der Ansatz nachhaltig im Schulischen Ganztag verankert wird, werden die Absolventinnen und Absolventen zu Mentorinnen und Mentoren ausgebildet und geben ihr Wissen in ihre Teams weiter.
Durch das gemeinsame Forschen mit den Kindern entstehen wertvolle Impulse für die Qualitätsentwicklung. Kinder erleben, dass ihre Erfahrungen, Meinungen und Wünsche ernst genommen und in die Gestaltung des Schulischen Ganztags einbezogen werden.
Quelle: Nentwig-Gesemann, I; Walther, B., Gesemann, F. (2023): Nicht ohne uns! Im Ganztag partizipativ mit Kindern forschen und Qualität entwickeln. Berlin: Deutsches Kinderhilfswerk.