Therapieberufe bei den Elbkindern. Teil 2. Logopädie in der Kita
Wenn das R rollt und die Schlange zischt

In unseren knapp 90 Integrationskitas findet Logopädie mitten im Kita-Alltag statt – im Morgenkreis, beim Mittagessen, auf Ausflügen und im Spiel. Die Logopädinnen Kathrin Röcker und Babette Geißler geben Einblicke in ihren Berufsalltag.
Die beiden erfahrenen Logopädinnen schätzen die alltagsintegrierte Therapie in den Kitas. Jeder Moment wird in der Kita für Wortschatz-Arbeit genutzt. „Wir arbeiten ganz individuell, alltagsnah und natürlich kindzentriert“, sagt Kathrin Röcker aus der Kita Graf-Johann-Weg. Mal arbeitet sie mit einzelnen Kindern, mal mit einer Gruppe Kinder mit ähnlichem Förderbedarf – oder sie begleitet Kita-Ausflüge, um die gemeinsamen Erlebnisse zu stärken.
Von Aussprache bis Wortschatz
Die Aussprache übt Röcker mit Lautsymbolen: ein klingelndes RRRR wie das eines Weckers oder ein zischendes ZZZ wie das der Schlange. Ganz spielerisch animiert sie die Kinder so zum Nachmachen und Wiederholen. Bewegungen mit dem ganzen Körper unterstützen die Kinder beim Lernen. „Wann es gut ist, in Ruhe ein Spiel zu zweit zu spielen, oder wann es mehr Aktivität braucht – das richtet sich ganz nach den Ressourcen und Vorlieben des Kindes.“
Morgenkreis, Mittagessen und Spielsituation
In der Kita Steilshooper Allee steht der Morgenkreis einmal in der Woche im Zeichen der Logopädie. Mit Bildkarten, Lautgesten und kleinen Erzählanlässen fördert Logopädin Babette Geißler Wortschatz und Aussprache – ohne dass es wie eine klassischen Therapiestunde wirkt. „Wie entsteht ein Kuchen?“, fragt sie in die Runde – und legt verschiedene Bildkarten mit Schüssel, Ofen, Backform und Kuchen in die Mitte. Die Kinder kommen so schnell ins Sprechen – und erweitern nebenbei ihr alltagsnahes Wissen. „Das ist eine schöne Gelegenheit, dass die Kinder mit Förderbedarf zu Wort kommen und im Vordergrund stehen“, betont Geißler.
Auch das Mittagessen oder Spielsituationen im Kita-Alltag nutzt sie in der Therapie. Erscheint eine Situation geeignet, gesellt sie sich zu den Kindern – und beginnt ein Gespräch oder stellt Kontakt unter den Kindern her. „So setze ich das, was ich geplant und vorbereitet hatte, direkt spielerisch im Angebot um.“ Auch die anderen Kinder spielen eine wichtige Rolle: Als „Co-Therapeuten“ unterstützen sie einander.
„Ressource kommt zum Kind – und nicht das Kind zur Ressource“ – Kita als wichtiger Teil im Hilfe-System
Viele Sprachauffälligkeiten werden erst in der Kita sichtbar. Gemeinsam mit Eltern, Ärztinnen und Ärzten sowie weiteren Fachkräften klären die logopädischen Fachkräfte den Unterstützungsbedarf und begleiten die Kinder anschließend individuell.
Hat ein Kind Eingliederungshilfe-Bedarf, wird ein Förder- und Behandlungsplan erstellt. Therapeutische Unterstützung wie Ergo- oder Logopädie gibt es in der Kita ab 3 Jahren, vorher können Familien die Frühförderung in der Kita oder zu Hause nutzen. Für beides sind ärztliche Verordnungen und Gutachten nötig.
Gemeinsam für die Kinder
Zum Beruf gehören auch Gespräche mit Eltern und der Austausch mit heilpädagogischen, pädagogischen und therapeutischen Fachkräften sowie Schulen. So entsteht ein gutes Unterstützungsnetz für die Kinder.
Schulterblick im Video
Um einen lebendigen Einblick in die therapeutische Arbeit der Elbkinder zu bekommen, schauen Sie Babette Geißler und den Kolleginnen und Kollegen im Film über die Schulter.
Kleine Menschen. Große Wirkung. Dein Therapieberuf.
Logopädie, Ergo- und Physiotherapie gehören in den knapp 90 Integrationskitas der Elbkinder fest zum Team. Wer Kinder alltagsnah begleiten und ihre Entwicklung stärken möchte, findet aktuelle Stellen in unserem Jobportal.